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Schrauben und Befestigungstechnik-Lexikon

Schrauben- & Befestigungstechnik-Lexikon

Willkommen in unserem Lexikon rund um Schrauben, Muttern, Scheiben und Befestigungstechnik aus Edelstahl. Hier finden Sie leicht verständliche Erklärungen zu wichtigen Begriffen, Normen und Unterschieden – ideal für Handwerker, Heimwerker und Einkäufer aus Industrie und Bau.


Geschichte der Schlitzschraube

Seit wann gibt es Schlitzschrauben?

Die Schlitzschraube ist die älteste industriell genutzte Schraubenform. Erste handgeschmiedete Schrauben mit einfachem Schlitz wurden bereits im 15. Jahrhundert verwendet. Im Zuge der industriellen Revolution setzte sich der Schlitzkopf durch, da er einfach herzustellen und mit einem Standardschraubendreher zu verarbeiten war.

  • Erste Massenproduktion: Ab dem 18. Jahrhundert

  • Vorteile früher: Einfache Herstellung, verbreitete Werkzeuge, kostengünstig

  • Nachteile heute: Kein zentrierter Halt, hohe Abrutschgefahr, geringe Kraftübertragung

Heute wird die Schlitzschraube in der Industrie kaum noch eingesetzt und zunehmend durch moderne Systeme wie Torx, Inbus oder Kreuzschlitz (PH/PZ) ersetzt.

Tipp: Für Reparaturen an Altbauten oder im dekorativen Bereich (z. B. antike Beschläge) ist die Schlitzschraube nach wie vor gefragt.


DIN 933 vs. ISO 4017

Beide Normen beschreiben Sechskantschrauben mit metrischem Vollgewinde.

  • DIN 933 ist die ältere deutsche Norm, oft noch im Umlauf.

  • ISO 4017 ist die internationale Nachfolgenorm.

  • Unterschiede: Kleine Abweichungen bei Schlüsselweiten bei M10, M12, M14 und M22. Restliche Abmessungen bleiben unverändert.

  • Tipp: Im Zweifel Norm eindeutig spezifizieren oder ISO bevorzugen, wenn internationale Kompatibilität wichtig ist.


Edelstahl A2 vs. A4

  • A2: Standard-Edelstahl (1.4301 - Kurzname: X5CrNi18-10), gut beständig gegen Wasser, Luftfeuchtigkeit und viele Chemikalien – ideal für Innen- und Außenbereich.

  • A4: Säurebeständig (1.4401 - Kurzname: X5CrNiMo17-12-2), auch für Salzwasser oder aggressive Industrieatmosphäre – ideal für den maritimen Bereich oder Chemieanlagen.


Vollgewinde vs. Teilgewinde

  • Vollgewinde: Das Gewinde reicht über die gesamte Schraubenlänge – ideal für präzise Verschraubungen ohne Scherbelastung.

  • Teilgewinde: Ein glatter Schaftbereich unter dem Kopf erhöht die Scherfestigkeit – wichtig bei tragenden Konstruktionen.


DIN vs. ISO vs. EN

  • DIN = Deutsche Norm (veraltet, aber weit verbreitet)

  • ISO = Internationale Norm (moderne Standardisierung)

  • EN = Europäische Norm (oft deckungsgleich mit ISO)

Tipp: Viele Produkte mit DIN-Nummer entsprechen heute technisch einer ISO- oder EN-Norm.


Schraubenkopf-Formen

  • Sechskantkopf: Für hohe Drehmomente, klassisch im Maschinenbau

  • Zylinderschraube: Mit Innensechskant oder Innensechsrund (TX), platzsparend

  • Senkkopf: Für bündige Oberflächen

  • Linsenkopf: Leicht gewölbt, dekorativ sichtbar

  • Flachrundkopf: Kompromiss aus Stabilität und Optik


Gewindetypen

  • Metrisches ISO-Gewinde (metrisch): Standard in Europa, z. B. M6, M8

  • UNC/UNF-Gewinde: Zollgewinde aus dem US-Raum

  • Trapezgewinde: Für Bewegungsübertragung, z. B. bei Spindeln


Antriebssysteme

  • Innensechskant (Inbus): Platzsparend, für Maschinen geeignet

  • Innensechsrund (TX): Sehr hohe Kraftübertragung, rutschfest

  • Kreuzschlitz (PH/PZ): Standard bei Holz- und Blechschrauben

  • Schlitz: Einfache Anwendung, heute selten im industriellen Einsatz


Sicherungselemente

  • Federringe: Sichern gegen Losdrehen durch Vorspannung

  • Sicherungsringe: Halten Bauteile axial in Bohrungen oder auf Wellen

  • Sperrzahnmuttern / Klemmmuttern: Selbstsichernd durch Form oder Beschichtung


Unterlegscheiben

  • DIN 125 / ISO 7089: Standard-Unterlegscheibe

  • DIN 9021: Breite Scheiben, ideal bei weichen Materialien

  • Kleine Außendurchmesser: Für enge Platzverhältnisse


Korrosionsschutz

  • Passivierung: Erhöht die Korrosionsbeständigkeit bei Edelstahl durch eine dünne Oxidschicht.

  • Verzinkung (galv./feuerverzinkt): Häufig bei Stahlteilen als Rostschutz – nicht nötig bei Edelstahl.

  • Beschichtung: z. B. Zinklamelle oder Delta Protekt für spezielle Anwendungen.


Mutternarten

  • Sechskantmuttern: Standard für alle Schraubenverbindungen

  • Kronenmuttern: Mit Splintsicherung für Bolzen

  • Hutmuttern: Mit abgedecktem Ende, schützt vor Verletzungen und Schmutz

  • Klemmmuttern: Mit Kunststoffring oder ovalem Gewinde zur Selbstsicherung


Gewindesteigung

  • Regelgewinde: Standardgewinde mit definierter Steigung (z. B. M10 = 1,5 mm)

  • Feingewinde: Für präzise Verbindungen oder geringe Steigung bei dünnwandigen Teilen


Werkzeugkunde

  • Drehmomentschlüssel: Sichert gleichmäßiges Anziehen mit definiertem Drehmoment

  • Gewindebohrer: Erzeugt Innengewinde in vorgebohrten Löchern

  • Senkbohrer: Ermöglicht das Versenken von Schraubenköpfen im Material

  • Schraubenausdreher: Hilft beim Entfernen abgebrochener Schrauben


Schraubenkennzeichnung

  • Kopfstempelung: Gibt z. B. Festigkeitsklasse, Hersteller oder Norm an

  • Verpackungsaufdruck: Enthält i.d.R. Größe, Material, Norm, Chargennummer

  • Farbcode (bei Muttern/Schrauben): Wird teilweise bei Hochfestigkeitselementen verwendet


Normkennzeichnung

Beispiel: DIN 933 - M8 x 30 - A2

  • DIN 933 = Norm (Sechskantschraube, Vollgewinde)

  • M8 = Nenndurchmesser 8 mm

  • 30 = Länge in mm

  • A2 = Edelstahlqualität


Dieses Lexikon wird laufend erweitert. Haben Sie Fragen zu einem Begriff oder benötigen Sie Hilfe bei der Auswahl der richtigen Verbindungselemente? Kontaktieren Sie uns gerne!

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